Unser Trainer Max war in den letzten drei Wochen bei den Olympischen Jugendspielen in Buenos Aires. Wir haben ihn uns direkt mal zur Seite genommen und ihm ein paar Fragen gestellt.

Stell dich doch mal kurz vor.
Hey, ich bin Max Sormani. Ich bin 22 Jahre alt, studiere momentan Sport-Gesundheit-Freizeitbildung an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe und trainiere beim MTV die beiden E-Jugenden.

Erklär uns doch mal genau, was du in den letzten 18 Tagen so angestellt hast?

Ich war zusammen mit 24 anderen Ehrenamtlichen im dsj-academy-camp in Buenos Aires bei den Youth Olympic Games. Die Deutsche Sportjugend (dsj) ist Teil des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und die Dachorganisation aller Sportverbandsjugenden in Deutschland. Die Youth Olympic Games sind eine kleinere Ausgabe der Olympischen Spiele, bei denen 3998 Athleten zwischen 14 und 18 Jahren um Medaillen kämpfen. Jedoch gibt es keinen Medailllenspiegel, da der Fokus auf dem interkulturellen Austausch in Form eines Learn&Share-Programmes liegt. Außerdem werden bei den YOG neue Sportarten getestet, die irgendwann mal den Sprung in die "großen" Spiele schaffen sollen. So war dieses Mal beispielsweise Beach-Handball, BMX, 3x3-Basketball und Sportklettern im Programm. Die letzten Sportarten sind ja auch schon bei den großen Spielen dabei.
Das Team Deutschland hat 74 Athleten schicken dürfen, von denen sogar einige ihr erstes olympisches Gold mit nach Hause nehmen konnten.

Was habt ihr denn vor Ort genau gemacht?

Wir haben uns Wettkämpfe der Athleten angeschaut und hatten auch die Möglichkeit uns mit den jungen Sportlern aus dem Team D zu unterhalten. Weiterhin haben wir einige Experten zu uns eingeladen um über verschiedene Themenfelder des Sports mit uns zu diskutieren. Jan Holze (Vorstandsvorsitzender DSJ), Gudrun Doll-Tepper (Mitglied IOC und DOSB), Veronika Rücker (Vostandsvorsitzende DOSB), Sylvia Schenk (Transparency International), Gina Lückenkemper (Profisportlerin) und Andy Grote (Innensenator Hamburg) waren bei uns zu Gast. Zusätzlich haben wir einige historische und kulturelle Orte von Buenos Aires besichtigt.
Ein besonderes Highlight war natürlich das Treffen mit dem IOC-Präsidenten Thomas Bach.

Wie bist du zu diesem Camp gekommen?

Ich habe durch den Newsletter der DSJ davon erfahren. Daraufhin habe ich direkt meine Bewerbung abgeschickt und einige Wochen später meine Zusage erhalten. Das Camp richtet sich vor Allem an junge Engagierte im Sport.

Was machst du denn im Sport?

Neben meiner Trainertätigkeit beim MTV bin ich seit kurzem auch für den Bereich Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Zusätzlich trainiere ich noch die C1 der SG Pforzheim/Eutingen. Ich bin Teil des Junior Teams der Baden-Württembergischen Sportjugend und dort auch Referent für FSJ/BFD-Seminare. Bei der Badischen Sportjugend und beim Badischen Handballverband bin ich Referent für verschieden Aus- und Fortbildungen. Bei der BSJ bin ich zusätzlich noch im Fachausschuss Bildung.

Was nimmst du denn aus Buenos Aires mit?

Schlafmangel ;)
Mal im Ernst, in Deutschland wird auf unglaublich hohem Niveau gejammert. Wir haben eine Ehrenamtsstruktur, die so auf der Welt einzigartig ist. Trotzdem gibt es noch einiges an Potenzial um den Sport voranzubringen. Vor Allem müssen es die Vereine schaffen, schon die Kinder zu lebenslangem Sporttreiben zu animieren. Wenn wir das schaffen, dann können wir einige unserer gesellschaftlichen Probleme angehen.
Außerdem habe ich persönlich eine unglaubliche Herzlichkeit seitens der Argentinier erfahren. Das Land steckt derzeit in einer schlimmen finanziellen Krise und trotzdem war der olympische Geist in ganz Buenos Aires zu spüren. Von dieser Offenheit kann sich manch Deutscher noch einiges abschauen.

Danke für deine Zeit. Bis zum nächsten Mal.